4 Destillatiere - der Destillations-Podcast
Erfahrungen, Spannendes, Lehrreiches und Lustiges aus der Welt der privaten Destillation.
- Was darf man destillieren?
- Was will man destillieren?
- Was kann man destillieren?
- Warum macht man das?
- Was darf man nicht ;-)
Woche für Woche sprechen wir über unsere Erfahrungen. Lockeres Wissen für Neueinsteiger und Profis.
Du hast Fragen zum Destillieren? Wir beantworten Sie im Podcast! Schreib uns via Facebook oder per E-Mail an vier@destillatiere.de
Die 4 Destillatiere sind:Anja Ahl: Kräuter-Destillatier - Heilpraktikerin und Dozentin für Aromatherapie und -pflege. Anja ist die Fachfrau für Kräuterkunde und Kräuterküche.
E-Mail: anja@destillatiere.de
Marc Weiland: Hobby-Destillatier - Inhaber von Weilands Destillierstube in Ostfriesland. Marc kennt alle Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle aus seiner täglichen Praxis.
E-Mail: marc@destillatiere.de
Christian Krainz: Experimentier-Destillatier - Betreiber des Youtube-Kanals PerfectLiving. In der Serie "diSTILLed" dreht sich alles um die Destillation. Durch seinen Wohnsitz in Österreich darf er auch mit Alkohol destillieren.
E-Mail: christian@destillatiere.de
Kai Möller: Show-Destillatier - Buchautor und Inhaber von Destillatio.com aus der Rhön. Kai ist schon sehr lange im Destillationsfieber und berichtet gerne aus seinen Erfahrungen.
E-Mail: kai@destillatiere.de
4 Destillatiere - der Destillations-Podcast
4D 062: Wir sind wieder da!
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Die 4 Destillatiere | Episode 62
Nach langer Sendepause melden wir uns hiermit zurück! Die 4 Destillatiere sind wieder da! 4 Jahre Ruhe sind genug, ab sofort werden wir alle 14 Tage Interessantes, Unterhaltsames, Skurriles und Lehrreiches im gewohnt lockeren Plauder-Stil besprechen.
In dieser Folge:
- Was haben wir im Glas?
- Wie ist es uns in den letzten Jahren ergangen?
- Links in den Shownotes
Wo Ihr uns sonst noch finden könnt:
Anja bei Instagram: kraeuter_anja
Anjas Gruppe bei Facebook: Kräuter und Duft
Christians Kanal bei YouTube: Perfect Living
Kai bei Facebook: Kai Möller
Marc bei Instagram: weilandsdestillierstube
Marc bei Facebook: Weilands Destillierstube
Vielen Dank fürs Zuhören,
Eure Destillatiere Anja, Marc, Christian und Kai
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E-Mails bitte an vier@destillatiere.de
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Willkommen zu unserem Podcast mit Anja Mark, Christian und Kai.
SPEAKER_03Die vier Destilatiere. Viel Spaß dabei. Hallo und herzlich willkommen bei den Vierdestilatieren. Ja, es war jetzt lange still in unserem Podcast. Wir haben eine mehr oder weniger kreative Pause eingelegt, die dann länger ausgefallen ist, als es eigentlich geplant und gedacht war. Wir sind wieder zurück und mit dabei sind natürlich auch wieder Anja, Marc und Kai. Hallo.
SPEAKER_02Ja, hallo. Hallo. Hallo. Jetzt habe ich den Markt übersprochen. Hi Marc. Hallo. Hi Anja.
unknownHallo.
SPEAKER_02Du hast hier deinen Namen nicht ausgeschrieben. Ich sehe hier Chris anstatt Christian. Das ist richtig.
SPEAKER_01Ich sehe Chris Kr.
SPEAKER_02Aber ich weiß ja.
SPEAKER_00Wir kennen ihn ja oder Krusan.
SPEAKER_03Wir starten gleich mit unserer Standard-Kategorie, die wir auch in diesem neuen Aufnahmezeitraum beibehalten wollen. Wir blicken einmal tief ins Glas und schauen, was wir alles so vorbereitet
Was haben wir im Glas?
SPEAKER_03haben. Heute kann er mal Markt den Anfang machen. Was hast du heute im Glas?
SPEAKER_01Ach genau, wir haben ja immer, das hatte ich schon wieder ganz vergessen, was wir heute im Glas haben. Ich habe das nach meiner Meinung weltbeste alkoholfreie Bier und zwar ein Jefer verneut im Glas und freue mich über dieses herbe, eiskalte Getränk.
SPEAKER_03Sehr schön. Anja, was hast du?
SPEAKER_00Ich habe eine alkoholfreie Calverinha. Oh, das ist noch spannend. Ja, also die ist im Grunde, die Basis ist ein Agavendickssaft und sind ätherische Öle drin, dann ist Zucker und ein bisschen Zitronensaft, Limettensaft und dann mit Sprudelwasser aufgegossen.
SPEAKER_03Ja, könnten.
SPEAKER_01Kannst du das nochmal zum Art geben? Kann ich nicht alles merken.
SPEAKER_03Du könntest das Rezept nachher dann noch verteilen.
SPEAKER_00Das könnte ich tun.
SPEAKER_03Kai, was hast du heute in deinem Glas?
SPEAKER_02Ich bin ja im Frankenland und im Frankenland habe ich eine Kreuzle fürs Schneuzle, sagen die hier. Das ist das Ochsenvorderbier und das habe ich als alkoholfrei. Das ist nämlich, wenn es richtig kalt ist, auch sehr gut.
SPEAKER_03Okay, zweimal alkoholfreies Bier. Ich schließe mich auch der alkoholfreien Fraktion an mit einem orangen Ingwer-Tee, nachdem ich meine leichte Erkältung eingefangen habe, heute ein heiß Getränk und nichts Kaltes, trotz 32 Grad Außentemperatur. Also ja, manchmal muss das einfach sein. Und da führt leider kein Weg daran vorbei, wenn ich heute die Aufnahme noch sprechend beenden soll.
SPEAKER_00Ja, bitte. Ich hörte, wenn man warme Getränke macht oder zu sich nimmt, dann kühlt es ja insgesamt. Ist doch eigentlich optimal bei deinen Temperaturen da.
SPEAKER_03Ja, das habe ich auch gehört. Allerdings merke ich noch nichts davon. Ich hoffe, das stellt sich dann im Laufe der Aufnahme noch ein. Bestimmt. Mal sehen.
Was haben wir gemacht?
SPEAKER_03Wir machen noch genauso weiter, wie wir aufgehört haben, relativ unvorbereitet, spontan und in einer lockeren Gesprächsrunde. Und ich denke mal, dass euch da draußen vielleicht interessieren könnte, wie es uns in der Zwischenzeit, es sind jetzt doch viele Monate oder Jahre vergangen, ergangen ist und was wir in dieser Zeit gemacht haben. Und da möchte ich einmal mit Anja anfangen.
SPEAKER_00Ja. Ich soll jetzt einfach so locker loserzählen.
SPEAKER_01Ja, natürlich. So locker wie wir immer sind, Anja.
SPEAKER_00So locker wie wir immer sind. Also für mich waren die letzten Jahre auf jeden Fall, also wir haben uns örtlich verändert, wir sind umgezogen, wir haben uns ein bisschen verkleinert damit. Ich habe ganz viel mit ätherischen Ölen zu tun gehabt oder ich arbeite mehr damit. Ich arbeite auch mit meiner Destille immer noch. Und wir haben ja hier oben in Moregel kein Lavendelfeld mehr. Das ist ja letztes Jahr aufgehoben worden, aber es gibt eins ins Niedersachsen und da wird nächsten Monat destilliert. Und so geht die Destille wieder auf Wanderschaft und dann wird der Lavendel da destilliert. Und ich bin mal gespannt, wie das dann da so im Niedersachsen ist. Das ist auch so ein Projekt von zwei Berlinern, die da ins Wendland runtergezogen sind und das angefangen haben, das zweite Jahr jetzt durchzuziehen. Und jetzt soll so viel sein, dass wir destillieren. Juhu!
SPEAKER_02Ich habe es auch gesehen. Ich glaube, du darfst es auch sagen, wo das genau ist, oder?
SPEAKER_00Ja, das kann ich bestimmt sagen. Das ist ja oft Werbung gewesen, dass es in Woltersdorf-Lichtenberg auf dem Lavendelfeld da und das am 4. Juli.
SPEAKER_03Gibt es da Unterschiede vom Standort her? Erwartest du von der Ölausbeute oder Zusammensetzung hier irgendetwas anderes oder ist das in Deutschland oder im gesamten deutschsprachigen Raum eher alles vergleichbar?
SPEAKER_00Also ich kenne ja von Taoasis das Öl, was ich ganz schön finde. Und dann das von hier aus Morege. Das fand ich schon unterschiedlich. Und ich bin auch mal da unten gespannt, da im Wendland, das ist so ein, ich sag mal, Trockenloch. Das ist immer anders das Wetter, als eigentlich angesagt. Und das ist wie so eine kleine Enklave, wo alles anders ist. Und von daher bin ich einfach mal gespannt, wie das ätherische Öl wird, wie das Hytrolat ist. Die haben auch Bienenvölker hingesetzt und es wird getestet, ob der Lavendelhonig dann auch dementsprechend als Lavendel Honig deklariert werden darf oder nur Honig mit Lavendel Aroma. Also von daher bin ich auch gespannt.
SPEAKER_03Sehr spannend. Machen wir weiter mit Kai. Du bist ja der Weltenbummler in unserer Runde und sehr viel auf Aktion unterwegs. Du hast wahrscheinlich auch relativ viel zu erzählen. Ja, schau mal, ob du einen Grundabriss machen kannst.
SPEAKER_02Ja, das geht ganz schnell, weil wir haben alle Länder, die wir so erreichen können, mit unserem kleinen Wohnwagen hinten dran eigentlich besucht, die letzten paar Jahre und sind dann vor drei Jahren in Spanien hängen geblieben. Und ja, sind da jetzt eigentlich dann die letzten zwei, drei Jahre immer den gesamten Winter über gewesen. Und damit hat das Reisen eigentlich fast schon ein Ende. Ich bin fast sesshaft, weil ich jetzt die Hälfte meiner Zeit in Spanien lebe und die andere Hälfte der Zeit zwischen der Rhön und dem Frankenland, wo meine Familie ist, von früher noch so hin und her pendelt. Sommer in Deutschland und Winter in Spanien.
SPEAKER_03Und destillationstechnisch hat sich auch etwas ergeben oder bist du eher Renovierungs- und Bautätig?
SPEAKER_02Jein, also ich habe natürlich viele neue, schöne Pflanzen entdeckt, die spannend sind und auch destilliert. Vor allem habe ich die hier bei Alba entdeckt, die mir sehr gefallen hat. Aber ich denke, das werden wir irgendwann mal hier zu dem Thema vielleicht machen und dann gemeinschaftlich da ein bisschen drüber sprechen, was da für Pflanzen sind. Und die Zistrose zum Beispiel und den Schopflerwendel habe ich da in einer riesigen Menge um mich rum. Und da habe ich auch ein paar ganz interessante Experimente gemacht. Aber ich will dem auch nicht vorgreifen.
SPEAKER_03Ja, kein Problem. Das können wir in einzelnen Folgen dann natürlich auch weiter und ausführlicher behandeln. Gerade die südländischen Pflanzen sind ja bei uns jetzt nicht so bekannt und da gibt es doch eine ganze Reihe an interessanten Destillationskandidaten.
SPEAKER_02Ja, manche Sachen wachsen da wie verrückt. Also das wuchert richtig. Und für andere Pflanzen muss man sich halt ein bisschen Mühe geben. Ich habe zum Beispiel Mandelblüten destilliert, aber da kommt halt eigentlich nichts raus, was man am Schluss wirklich riechen kann, zumindest, weil der Duft sich dann halt nicht hält. Das ist ja oft bei den Blütenpflanzen so, dass da nicht so viel ist, wie man es dann gern hätte, außer beim Lavendel und solchen starkölhaltigen Pflanzen. Und das ist bei der Mandel halt ähnlich und da macht man sich viel Arbeit. Es ist auch schade, wenn man den Mandelbäumen die Blüten runterrupft und dann am Schluss halt eigentlich nichts wirklich Sinnvolles daraus holt.
SPEAKER_03Aber das können wir ja alles aufheben für später. Genau. Marc, was hast du in der Zwischenzeit so getrieben? Und wo hat es dich hinverschlagen?
SPEAKER_01Das ist eine gute Frage. Die Zwischenzeit würde mich erstmal brennend interessieren. Wann war denn unsere letzte Aufnahme? 22. 22. Okay, das sind vier Jahre weiter. In der Zeit, ich habe mich nicht räumlich verändert, habe mich beruflich ein bisschen verändert. Vom Edelstahl bin ich jetzt im Kunststoffrecycling geändert. Oder nicht geendet. Habe ich mich verändert. Ja, meine Silbernehochzeit habe ich inzwischen gefeiert. Die Kinder werden größer, erwachsen und gedeihen. Die älteste ist im dualen Studium bei der Polizei. Die anderen haben gerade die Schule, also zwei davon haben jetzt die Schule beendet, gehen jetzt auf berufsmühlende Schulen, Ausbildung oder weiterbildende Schulen. Ja, und ich bin immer noch hier im schönen Ostfriesland in Großheide und genieße die Ruhe, würde ich sagen.
SPEAKER_02Deine Kinder waren so toll, die müssen jetzt ja auch schon fast groß sein.
SPEAKER_0121, 19, 16, 12.
SPEAKER_02Wie die Zeit vergeht, oder?
SPEAKER_01Ja, das ist unglaublich.
SPEAKER_02Mein Sohn ist dann am Heiraten auch dieses Jahr und ich bin ja mittlerweile zweifacher Opa geworden. Das sind ja auch Sachen, die sich noch bei mir geändert haben. Aber schon verrückt, wie die Zeit sich so dreht. Vier Jahre.
SPEAKER_00Meist dreht sich auch noch zum Bildungsurlaub.
SPEAKER_01Ich habe aber auch noch was zum Destinieren zu sagen. Ja.
Was zum Destillieren sagen: Minze!
SPEAKER_01Ich habe gehört, deswegen sind wir hier. Ich habe mal erzählt, dass ich ja eine Pfefferminzernte habe. Diese Pfefferminzernte ist inzwischen ein, wie soll ich sagen, ein kleines Pfefferminz-Desaster. Ich könnte langsam einen Mähdrescher durch unseren Folienturnieren, um die ganze Pfefferminze zu ernten. Ich habe aber sensationelle Ideen jetzt inzwischen umgesetzt. Ich ernte die Pfefferminze und habe mir einen Dörautomaten gekauft und trockne die da über ein paar Stunden. Dann habe ich die nicht so lange, ich sag mal, an der frischen Luft hängen. Was das Ergebnis ist, konnte ich noch nicht ausprobieren. Das mache ich jetzt erst. Vielleicht weiß, hat Anja da schon Erfahrungswerte oder so. Aber das funktioniert wunderbar. Und dann hat meine Frau das große TM7-Gerät gekauft. Ich glaube, das dürfen wir nicht sagen oder so. Ist also keine Werbung, aber damit häcksle ich alles wunderbar klein und kann dann prima massenhaft Pfefferminze ernten, trocknen und häckseln und destillieren. Also, bin gespannt.
SPEAKER_03Also bist du deiner Pfefferminze tatsächlich treu geblieben?
SPEAKER_01Genau, ich bin meiner Pfefferminze tatsächlich treu geblieben.
SPEAKER_03Wie sieht es mit dem anderen Kraut aus, das du gerne destilliert hast? Ich glaube, Thymion war das im Winter, oder?
SPEAKER_01Thymion ist auch nach wie vor unsere Hausapotheke, ist immer eine Mischung aus ätherischem Öl und mit Alkohol verdünnt. So Kaffeelöffelmäßig. Nee, nicht Kaffeelöffel, sondern Teelöffel kennt man ja vielleicht eher in Hamburg als in Österreich. Das weiß ich jetzt nicht. Und das ist für Husten oder Reizhusten uns immer noch die Hausapotheke und natürlich unser Evergreen, das Holunderblütenhydrolat, was jetzt gerade wieder in der Produktion ist für die nächste Erkältungssaison.
SPEAKER_02Sehr schön. Bei der Pfefferminze bin ich ein bisschen neidisch, weil ich liebe Pfefferminze sehr. Bei mir im eigenen Garten wächst sie nicht so richtig gut. Und ich habe aber hier am Main entlang am Ufer, das ist jetzt hier am Campingplatz, eine Stelle, wo wirklich viel Pfefferminze die ganze Zeit gewachsen ist und ich mich die ganze Zeit gefreut habe, die dann zu destillieren. Und jetzt haben die da einfach alles weggemäht. Deprimiert.
SPEAKER_01Kommt aber ganz schnell wieder.
SPEAKER_02Kleine wieder raus, aber das ist halt vorbei.
SPEAKER_01Also hier kannst du noch ordentlich ernten, wenn du möchtest.
SPEAKER_02Ja, vielleicht komme ich da tatsächlich vorbei.
SPEAKER_01Oder ich schicke den Karton voll zu.
SPEAKER_02Als Revanche für die Äpfel, die ich dir damals geschickt hatte.
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_02Ja, wenn du wirklich so viel hast, dann wird das gar nicht schlecht. Du kannst auch ein Destillatio-Rücksende im Etikett erstellen. Stimmt, das gibt es ja auch noch. Minze ist halt toll. Aber ich weiß, wenn du die frisch verschickst, dann wird die wahrscheinlich schimmelnd da drin.
SPEAKER_01Nö, ich würde sie, äh, kann sie ja trocknen. Also, Anja hast du da schon mal Erfahrungswerte? Also ich fand das mit dem Dürrautomat. Ich habe sonst immer das Problem gehabt, die ist ja, wenn sie frisch ist, sehr großvolumig. Dann hast du den ganzen Tisch ausgebreitet, musst das immer wieder hin und her drehen. Oder ich habe es dann halt aufgehängt. Und das ist immer ein bisschen schwierig. Und ich schneide es jetzt einfach relativ klein, packt das an so ein Dura-Automat, der hat mehrere Schichten. Und das wird, glaube ich, mit 35, 38 Grad dann getrocknet, geht immer die ganze Zeit Luft durch und ist danach Knochentraum. Also ich habe es noch nicht destilliert, aber echt klasse.
SPEAKER_02So ein Dürrautomat ist ja im Winter toll, wenn man damit gleichzeitig die Küche heizen kann oder so. Aber wenn man dann im Sommer dann noch einen Dörautomaten macht, wenn es eh schon 30 Grad hat jetzt, dann wünsche ich dir noch ein paar kühle Tage zum Trocknen.
SPEAKER_01Das ist ja kein 5x5 Meter Dürrautomat, Karin. Das ist ja ein kleines Handgerät, so groß wie eine Heißluftritose oder so.
SPEAKER_00Also ich finde auch, dass die Dinger gar nicht so viel Hitze machen, aber es trocknen. Und wenn wir Kräuter trocknen, machen wir sie auch ein bisschen kleiner.
SPEAKER_03Also wir haben mit Äpfeltrocknen im Herbst unsere Küche geheizt. Das würde mich jetzt auch noch interessieren, weil meine Zuseher auch immer fragen, diese jene Pflanze eher frisch oder eher getrocknet zu destillieren. Ich meine, wir können darüber natürlich auch noch eine ganze Folge machen, wo wir das ausführlich behandeln. Wie ist das bei der Pfefferminze oder beim Thymian? Es gibt ja Pflanzen, wo das Trocknen eher zu einem Verlust der ätherischen Öle führt und andere, wo das Trocknen dann eher die Ausbeute erhöht, weil die Pflanzensubstanz einfach geringer wird durch das verdunste Wasser. Hast du da, Anja, irgendwelche Erfahrungswerte bei Pfefferminze?
SPEAKER_01Nee, bei der Pfefferminze ist Anja raus, Herr Christian. Also ich weiß nicht. Pfefferminze, Kaidu ist auch raus bei der Pfefferminze, wollte ich mal kurz sagen. Ich habe nämlich schon bei der Pfefferminze alles probiert. Und zwar habe ich die morgens geerntet und abends geerntet. Das war schon mal ein großer Unterschied. Und ich habe sie im Frühjahr und ich habe sie im Herbst geerntet. Das war auch ein Riesenunterschied. Im Herbst passiert gar nichts mehr. Und ich habe sie frisch und trocken geerntet. Und wenn du nicht trocken geerntet, sondern trocken destilliert. Und im trockenen Zustand kommt erheblich bei der Pfefferminze erheblich mehr aus.
SPEAKER_03Okay.
SPEAKER_01Falls jemand widersprechen möchte, dann gerne jetzt.
SPEAKER_00Nein, ich wollte gerade sagen, mit der Melissa habe ich es ausprobiert und die hat im getrockneten Zustand nicht mehr so viel. Also die verliert unglaublich viel. Da ist es so leicht antrocknen oder auch frisch, aber wenn sie richtig durchgetrocknet ist, bringt die nicht mehr viel ätherisches Öl raus. Bringt ja ohnehin wenig.
SPEAKER_02Soweit ich weiß, ist sie im Gegensatz zum Lavendel, wo das ätherische Öl ja in der Blüte hängt und das durchs Trocknen aufbricht und dann überhaupt erstmal aufmacht, dass das ätherische Öl rauskommen kann. Bei der Minze das Öl außendran an der Pflanze. Und deswegen muss man die Sanft trocknen, weil wenn die Sanft getrocknet ist, bleibt es da halt dran. Man kann es aber auch verlieren, wenn man sie halt zu warm lagert oder so, weil dann dutzt er das einfach weg, weil das Pflanzenmaterial, also das ist nicht so eingeschlossen wie beim Lavendel. Aber man kann Minze eigentlich schon gut trocken destillieren und das würde ich auch empfehlen normalerweise.
SPEAKER_03Gut, wenn Marc sagt, dass er empirisch bewiesen hat, dass die Getrocknete zumindest von seinem Standort deutlich mehr Ergebnis hat, dann glaube ich ihm das sofort. Weil so eine große Pfefferminzernte wie du hast, Marc, und so eine Menge, die du pro Jahr verarbeitest, da ziehe ich einfach nur den Hut davor, wenn du das in der Minidestile durchführst. Und da glaube ich dir deine Erfahrungen sofort.
SPEAKER_02Also ich finde die Minze sowieso interessant und denke, wir sollten der nochmal eine ganze Sendung widmen, auch. Es gibt ja immer noch viele Sachen zu klären über die Minze, wo auch noch nicht, jetzt ist das klar ist, manche Leute sagen ja, die kann man nicht in Kupfer destillieren zum Beispiel. Das sind alles Sachen, wo ich einfach gern mehr wissen würde und wo ich auch denke, dass das für Leute interessant ist, weil wir immer wieder solche Anfragen bekommen. Und wenn man die Minze als Thema nimmt und da auch noch
Welche Pflanzen besprechen?
SPEAKER_02solche Koryphän wie Marc dabei haben, der da aus der Praxis sprechen kann, dann wäre das schon mal eine Sondersendung Minze, bitte.
SPEAKER_03Können wir gerne machen. Und wenn ihr da draußen, liebe Zuhörer, auch Ideen oder Wünsche für Pflanzen habt, die wir behandeln, oder andere Themenvorschläge, die euch interessieren würden, scheut euch nicht davor, uns zu schreiben an vieraddestillatiere.de. Und wer weiß, vielleicht kommen wir auch schon in einer der nächsten Folgen dann darauf zu sprechen und planen dieses Thema ein, können nähere Infos dazu geben und dazu beitragen, hier etwas mehr darüber zu erfahren. Ich möchte jetzt noch ganz kurz darauf zurückkommen, was ich in den letzten Jahren so produziert und getan habe. Ich habe natürlich weiter destilliert diverse Varianten, viel Schnaps gebrannt in der 0,5 Liter Tischtille. Da ich in Österreich lebe, darf ich das ja legal tun. Beziehungsweise, ich darf den Schnaps nicht herstellen, aber ich darf Geiste machen und da habe ich mich dann doch ein bisschen intensiver damit beschäftigt, weil das eine irrsinnig spannende Angelegenheit ist, was für Dinge man alle geisten kann, wo Aromaübertragungen stattfinden können und wie das Ergebnis dann ausfällt. Da sind zum Teil sehr interessante Dinge entstanden. Natürlich habe ich die klassische Wasserdampfdestillation nicht ganz außen vor gelassen und auch noch ein paar Pflanzen destilliert. Das letzte war eine Unterstützung für ein Kunstprojekt. Da habe ich Alantwurzel destilliert, die zu sehr überraschenden Ergebnissen geführt hat. Denn das ätherische Öl von Alant hat eine Eigenschaft, dass es bei Raumtemperatur schon fest und wachsartig wird. Und das zeigt sich auch am kühler Auslauf der Destille dann sofort. Irrsinnig schwierige Bedingungen und ich habe für mich beschlossen, so eine Destillation nie wieder durchzuführen, denn das hat am Ende dann keinen Spaß mehr gemacht. Aber es war auf jeden Fall einmal eine sehr interessante Erfahrung.
SPEAKER_00Ist sehr spannend, das wusste ich nicht.
SPEAKER_01Ich weiß, dass Kai auch mal Weihrauch destilliert hat und hatte das ähnliche Katastrophenszenario, richtig?
SPEAKER_02Dann kommen wir auf die Sondersendung, ähm, wie mache ich meine Destiny wieder sauber? Genau. Wachs und Harz und was da alles sonst noch so landen kann.
SPEAKER_00Aber das wird man oft gefragt, ne? Wie kann man denn Weihrauch am besten destillieren und das ist aber auch gar kein Problem und so, wo ich mal denke, nee, das probiere ich gar nicht aus nach der Geschichte dann. Von daher können die das alle nochmal reinhören.
SPEAKER_02Es gibt ja mittlerweile Leute, die das tatsächlich tun, auch in größeren Mengen und immer wieder und da auch tolle Ergebnisse kriegen. Und das sind dann ja auch verschiedene Tricks. Das könnten wir ja auch als Thema mal wieder rannehmen.
SPEAKER_00Mit der Sägespäne.
SPEAKER_02Ja, Sägespäne zum Beispiel. Oder die Destinanlage vorher mit Löschpapier auskleiden oder halt einfach danach einfrieren. Da sind verschiedene Möglichkeiten jetzt.
SPEAKER_00Also meine Destille geht jedenfalls erstmal in die Lavendeldestillation. Auch wenn ich, ich habe auch Bildungsurlaub, das ist im August und da werden wir nämlich auch nochmal auf dieses Lavendelfeld gehen und destillieren.
SPEAKER_02Also es ist ja auch wirklich, das Stille und Lavendel geht ja auch wunderbar zusammen. Das ist halt einfach immer noch, ne, Christian mag ja kein Lavendel, aber von dem, was man da wirklich einfach rausdestillieren kann und diese Unkompliziertheit dahinter, Lavendel ist schon eine Traumppflanze.
SPEAKER_03Also zum Einstieg in die Destillation würde ich jedem Lavendel empfehlen. Oder Nelke. Genau, Gewürznelke, wollte ich gerade sagen, ist ebenfalls äußerst ergiebig. Piment übrigens auch. Und das ätherische Öl, das Piment, verhält sich auch genau wie das der Gewürznelke. Es ist schwerer als Wasser und sind rum. Und was ich letztens bei einem weiteren Projekt, ich bilde mich ja jetzt in diverse Richtungen weiter, auch ausprobiert hatte, war Wacholder zu destillieren, indem ich ihn wirklich geschrotet habe mit einer professionellen Schrotmühle. Da war die Ausbeute ebenfalls gigantisch. Das Ganze habe ich versucht für geräucherten Fisch. Ich wollte nämlich die Lake, mit der der Fisch aromatisiert wird, mit ätherischen Ölen versetzen. Das hat relativ gut funktioniert und das werde ich wahrscheinlich in Zukunft auch weiter so machen. Großartig. Toll.
SPEAKER_01Also Wacholder habe ich auch schon destilliert. Meine Frau ist ja der absolute Wacholder-Liebhaber. Und Wacholder, das Hydrolat, oder wir nutzen ja auch viel die Hydrolate, um im Sommer wie Winter unsere Getränke ein bisschen zu aromatisieren. Und da ist Wacholder absolut Weltklasse. Allerdings das Hydrolat, nicht das ätherische Öl, weil das ätherische Öl natürlich sehr stark ist.
SPEAKER_03Genau, da reichen weniger Tropfen.
SPEAKER_02Wacholder ist ja auch ein bisschen so ein Umweg, wie wir in Deutschland uns ans Gesetz halten können, aber trotzdem dann einen Gin oder einen Wacholder-Schnaps machen. Dürfen. Wenn man den Wochöl da separat destilliert und dann in sein Alkohol reintropft.
SPEAKER_01Genau, Anja, das haben wir bei dir auch mal gemacht in einem Kurs in einer hiesigen Bistrovas. Und ich habe den Gin übrigens immer noch stehen. Anja mag.
SPEAKER_00Wir müssen ihn trinken, wir müssen ihn probieren. Oder hast du schon? Hast du getestet?
SPEAKER_01Der steht hoch und trocken, steht immer noch im Schrank und wartet auf Anja. Das ist auch schon ein bisschen her, Anja. Oh, da muss ich kommen.
SPEAKER_02Soweit ich weiß, müssen Geister zumindest schneller getrunken werden, als wenn man jetzt aus einem Maischen einen Schnaps brennt, weil die doch flüchtiger sind, die Aromen, und dann schneller das Aroma verlieren.
SPEAKER_03Also wenn eine Flasche gut verschlossen ist, dürfte das kein Problem sein.
SPEAKER_02Ja, die sind aber dann auch nicht ewig haltbar. Also ich habe es gelesen, ich weiß es nicht aus eigener Erfahrung. Aber was ich weiß, ist, dass Geister einfach nicht diese Aromen so lange halten können, wie etwas, was dann direkt aus dem Apfel oder aus einer Birne gemacht wird. Und vor allem, wenn die Flasche erstmal offen ist, dann sollte man auch schauen, dass man die innerhalb von dem Jahr leer kriegt.
SPEAKER_01Ich wollte jetzt gerade sagen, ich könnte ja für die nächste Folge die Flasche unten aus dem Schrank holen und eine Live-Verkostung machen.
SPEAKER_00Du könntest auch an uns vier was schicken und dann probieren wir alle zeitgleich.
SPEAKER_01Also 250 Milliliter auf vier aufteilen, ja.
SPEAKER_00Man kann auch so ein Flachmann einfach, so eine kleine, so eine, was weiß ich, so ein.
SPEAKER_01Ja, ich habe ja die kleinen blauen Medizinfläschchen.
SPEAKER_00Ja, sowas.
SPEAKER_02Wir könnten auch zeitgleich Max eine Minze destillieren. Live.
SPEAKER_00Christian wollte auch live hier sein. Wo bist du?
SPEAKER_01Was? Christian?
SPEAKER_00Christian hat doch gesagt, wenn wir die erste Folge aufnehmen, dann sitzen wir alle zusammen.
SPEAKER_03Ja, stimmt, aber ich. Also ich sitze. Wir hätten vor, wann war es, zwei Wochen aufnehmen sollen. Ja. Da sind wir noch alle zusammengesessen. Anja hat sich nämlich zufällig nach Wien verirrt und da sind wir uns über den Weg gelaufen. Hat mich sehr gefreut, dich wiederzusehen.
SPEAKER_00Das war total schön, ja, fand ich auch. Da sind wir mit dem Fahrrad da angekommen in Wien und haben uns dann nach der 102 Kilometer Tagestour abends noch mit Christian getroffen in einer, was war das, Fabrik oder sowas, ne? Ehemalige Fabrik.
SPEAKER_03Genau, ein Hotelrestaurant, das in einem ehemaligen Fabriksgebäude untergebracht ist. Sehr rustikal und Backsteinmäßig angehaucht.
SPEAKER_00Das war richtig schön.
SPEAKER_02Großartige Stadt, auch mit Fahrrad.
SPEAKER_00Ja, auch mit Fahrrad, das stimmt.
SPEAKER_02Als ich Christian damals getroffen hatte, sind wir auch mit dem Bus da gewesen und sind dann auch mit dem Fahrrad durch Wien gefahren, so ein oder zwei Tage.
SPEAKER_00Christian hat uns dann nochmal ein bisschen Wien gezeigt und den Nachschmarkt so. Ja, es war toll.
SPEAKER_02Wo der Lavendelkäse verkauft wird für 60 Euro das Kilo. Nein, den Stand gibt es nicht mehr.
SPEAKER_00Aber wahnsinnig viele Gott.
SPEAKER_01Das fällt mir gerade noch ein zum Lavendel. Wir haben ja hier auch ein bisschen Tierhaltung, Entenhühnergänse und so ein Zeugs. Und da muss ich immer den Lavendel destillieren, weil meine Frau das ätherische Öl im Stall nimmt für die gegen die Milben oder so. Also das ist auch ein Wundermittel zur Schädlingsbekämpfung bei den Hühnern und ähnlichen. Das funktioniert wunderbar.
SPEAKER_02Da hast du aber auch schöne Aufgaben.
SPEAKER_00Was toll, wenn man es so alles macht. Du hast ja auch, glaube ich, mehrere Destillen, die dann gleichzeitig laufen könnten, theoretisch.
SPEAKER_01Du meinst, ich könnte die Lavendelmanufaktur oder so gründen. Da fällt mir an, ich hatte mal einen Anruf hier vom Gewerbeaufsichtsamt, der sagte, er würde gerne mal vorbeikommen und sich angucken, was ich denn hier mache. Ich sage, wieso wollen sie denn kommen? Ja, ich muss ja wissen, diese Hydrolate, die sie da herstellen, wie da ihre Küche aufgebaut ist und so. Ich sage, ja, ich verkaufe das ja gar nicht. Und dann war, glaube ich, der Anruf eher, dass er sagte, also es klang dann so, ich finde das super spannend, das gehe ich mir mal angucken. Und ich musste aber dann leider den Wind aus den Segeln nehmen, weil ich ja nur Schulungen und Kurse gebe zum Destillieren, aber halt die Hydrolate in keiner Form gewerblich verkaufe oder so. Und ja, da musste er doch nicht mehr kommen und ich konnte seine Enttäuschung hören.
SPEAKER_02Aber da war er ja möglicherweise auch dafür geschaffen, an so einem Kurs teilzunehmen und was für seinen Beruf zu lernen. Genau.
SPEAKER_00Ich habe mal einen Heilpraktikerschüler gehabt, als ich damals noch ausgebildet habe und der sagte auch, komm nochmal vorbei. Und dann habe ich den Besuch gesagt, guck mal, das ist mal eine Destille und da hat er noch diese 0-5er-Destille. Und da kam das Zollamt auch und das Gewerbeaufsichtsamt, weil die wissen wollten, wie viel Alkohol er pro Jahr dann brennen würde. Und dann hat er gesagt, das ist eine reine Schaudestille, so für meinen Garten, wenn ich da mal was mache oder sowas. Und dann haben sie ihnen das dann verplompt. Und dann hat er gesagt, dann habe ich auch keinen Spaß mehr dran. Aber die haben gesagt, wenn sie nochmal brennen, dann sagen sie Bescheid, damit wir die Verplombung auflösen und dann wieder anschließen.
SPEAKER_02Ja, aber dann halt nur für dieses eine Mal brennen und dann wird die wieder zugemacht.
SPEAKER_00Das ist doch verrückt.
SPEAKER_02Das war bei uns auch, ich habe eine 30-Liter Distille ja genehmigt und darf die als Reisedistille mitnehmen. Ich muss aber sieben Tage vorher melden, wenn ich die benutzen möchte. Und das kann ich ja nicht, weil wenn ich irgendwo bin, wo diese Pflanzen dann wachsen, weiß ich ja nicht, ob dann das Wetter schön ist, ob ich die anden kann, ob die überhaupt fertig sind. Also das ist einfach unmöglich. Und seit ich diese Auflagen habe, benutze ich die fast nicht mehr.
SPEAKER_00Aber ist das die große, die wir hier damals im Oregon aufgestellt hatten, die du uns gedreht hast.
SPEAKER_02Ja genau, die hatten wir dir schon mal gegeben.
SPEAKER_00Da habe ich dir nachgefragt und haben sie gesagt, machen sie was mit Alkohol? Also war ziemlich ungehalten. Ich dachte, nö, es ist einfach nur, dass es Nitrolat ist mit Wasser und so. Ach, wenn sie das mit Wasser machen, ist das völlig egal. Wenn sie was anderes machen, sagen sie uns Bescheid.
SPEAKER_02Ja, jeder Zoll reagiert da anders und das ist immer noch das gleiche Problem. Und ich habe halt diese Auflage auf diese Distille, deswegen fasse ich die eigentlich nicht mehr an, die Städte-Deko.
SPEAKER_00Also ich glaube, die benutzen hier oben. Ganz problemlos.
SPEAKER_02Ja, aber ich muss sie melden, wenn ich sie dir gebe. Und wenn ich dich dann besuche, weiß ich nicht, wie das zählt, wenn ich jetzt mit dir destillieren würde. Ob das dann so zählt, dass ich dir die gelehen habe.
SPEAKER_00Das ist denn unser Grundstück, da bist du Gast.
SPEAKER_02Ja, und dass die dir dann mit der verliehenen vermieteten Destillieranlage.
SPEAKER_03Darfst du dann überhaupt selbst destillieren, wenn du sie verliehen hast und sie eigentlich gar nicht in deiner Verfügung steht?
SPEAKER_02Ich weiß nicht, wie das zählt. Wenn jemand dabei ist, der den Destillierschein hat den offiziellen, dann darf ich vielleicht mit destillieren. Ihr habt ja alle eure Destillierprüfung bestanden, oder? Und habt Destillierscheine.
SPEAKER_00Das ist verständlich. Ich habe auch einen Guinness-Ausschankschein gemacht. In Irland, in Dublin. Also ich darf.
SPEAKER_03Und das sagst du mir jetzt.
SPEAKER_00Ja, hätte ich es vorher sagen soll. Hätten wir in Wien das besucht.
SPEAKER_03Also das nächste Mal, wenn ich in Hamburg bin, möchte ich bitte von dir ein Guinness ausgeschenkt bekommen.
SPEAKER_01Das magst du nicht wirklich, oder? Was? Guinness magst du das wirklich, Christian? Ich?
SPEAKER_03Ja, warum nicht? Ich mag dunkle Biere grundsätzlich. Ich kann mit Hainen nichts anfangen.
SPEAKER_01Ich habe ein Guinness mal probiert, voller Erwartungen. Dann ist es ja auch noch mit diesem Kübelchen drin, was man dann vorher entspicket und so. Und dann habe ich es eingeschenkt und dachte, oh, ein schönes, kräftiges, dunkles Bier. Ja, ich fand das gar nichts.
SPEAKER_02Also ich finde, man kann sehr gut damit kochen. Und ich habe früher das Guinness auch nicht gemocht, weil er so einfach so überhaupt keine Kohlensäure hatte. Das war halt auch enttäuschend irgendwie so komisch. Aber mittlerweile kann ich das schon sehr schätzen.
SPEAKER_01Ich hätte einmal probiert und nie wieder genommen.
SPEAKER_00Aber es hat so ein schönes Aroma und das ist so schön weich irgendwie. Und ja, ich finde es toll.
SPEAKER_01Ja, ich nicht.
SPEAKER_00Hab ich gemerkt.
SPEAKER_03Es muss ja nicht jeder mögen.
SPEAKER_01Bei mir hat es sich verschoben. Ich war jetzt am Wochenende mit meinem Sohnemann in London. Und dann hatten wir ein bisschen eigentlich von der Lage her ein kleines Hotel. Und wir laufen von der U-Bahn-Station zum Hotel und dann laufen wir an einen richtig schönen Pub vorbei. Und mein Sohn trinkt keinerlei Alkohol. Und dann habe ich gesagt, ich sage, Magnus, es nützt nichts. Wenn wir heute aus der Stadt wiederkommen, wir müssen in dieses Pub. Und da müssen wir was trinken. Und da gab es auch Guinness, aber vielen Dank, nicht mit mir, habe ich dann gesagt. Das war schöne Grüße an das Pub, The Brunel Pub, in irgendwo mitten in London. Und das Guinness habe ich links liegen lassen. Es gab dann ein Braxton, hieß es glaube ich, Braxton oder Brixton, ich glaube Braxton IPA oder ein Braxton Lager und das war, ich weiß nicht, ob es überhaupt ein Englisch ist, ist mir egal, hat geschmeckt. Und das Schönste an diesem Pub war, mein Sohn und ich, mein Sohn, der die Cola getrunken hat, der ja eigentlich nicht ganz so angetan war, sitzen in diesem Pub und plötzlich fährt da eine Vespa vor und dann kommt ein Pizzalieferservice und bringt da eine Pizza rein.
SPEAKER_00Nein.
SPEAKER_01Und dann habe ich den Wirt geschnappt. Ich sage, sag mal, hat da gerade sich jemand eine Pizza hier ins Pub bestellt? Und er sagt, ja, wir haben keine Küche hier und deswegen haben wir eine Cloud-Kitchen. Ja, das heißt, hier hast du die Karte, da kannst du die Pizza bestellen. Musst du nur den Code scannen und dann Kreditkarte und dann kannst du die Pizza hierher bestellen. Cool. Ich habe meinen Sohn angeguckt, wie gesagt, Lust auf Pizza. Ja, einfach nur, weil man es kann, haben wir uns dann ins Pub die Pizza bestellt. Ich konnte einen Kinder. Ja, cool.
SPEAKER_02Und finde ich auch von dem Pub cool.
SPEAKER_03Es gibt immer eine Lösung.
SPEAKER_02Das ist eine Pizza wieder offen.
SPEAKER_03So ein Lokal hatten wir in meiner Jugend hier auch. Es war ein American Pub und eine Sportsbar, die sich spezialisiert haben auf eben Sportübertragungen, damals als noch nicht jeder seine Sportabos daheim hatte. Und die hatten auch reine Getränke aus Schank und dafür an der Theke liegen die Karten von, ich glaube, 25 verschiedenen Zustellservices der lokalen der Umgebung und haben gemeint, für das Besteck verlangen wir ungefähr einen Euro umgerechnet. Und alles andere könnt ihr euch bestellen und herliefern lassen.
SPEAKER_01Spannend. Ich fand es eine super Idee. Ich habe dann am zweiten Abend gesagt, also ich fand das Papp, ich habe es echt geliebt. Einfach von der, einfach so, was man ja heute gar nicht mehr kennt, so eine uhrige Kneipe, würde man ja in Deutschland sagen. Einfach super nett. Die haben zehn unterschiedliche Biersorten am Zapfahren gehabt. Ich wollte eigentlich alle durchprobieren, aber ich habe dann mit dem Wirt gesprochen, habe gesagt, was ist das Richtige, deswegen waren es da nur drei. Ein ganz berühmtes Englisches, hat er mir auch eingeschenkt, was er sagte, ganz, ganz wichtiges Bier hier. Ich sage vielen Dank fürs Mitspielen. Brauche ich jetzt nicht. Das war auch nur ein Probierschluck. Ich sage vielen Dank, lass stehen. Ich bin wieder das Brexton. Aber wir sind nicht amüsiert. Wir haben voller Stolz Mehl ihr Bier gegeben und ich habe es getrunken und habe gesagt, das ist das alte Wein oder so. Das schmeckt so, wenn du ein Wein ein halbes Jahr offen lässt und dann so einen alten Korken da drin lässt. Also das war. Nun ja.
SPEAKER_03Bevor jetzt alle entweder durstig werden oder ihnen der Appetit vertreten, werden wir die heutige Folge mal beenden. Schön, dass ihr wieder dabei wart und zugehört habt bei unserer Comeback-Folge nach, wie wir jetzt erfahren haben, vier Jahren. Eine lange Zeit, in der viel passiert ist. Und wir werden trotzdem versuchen, jetzt wieder regelmäßig Folgen zu produzieren und zu veröffentlichen. Es wird nicht mehr der wollchändliche Rhythmus, den wir vor der Pause hatten, sondern wir haben uns jetzt darauf verständigt, alle zwei Wochen eine neue Folge herauszubringen. Wir werden alle älter und beschäftigter und deswegen ist ein etwas größerer Zeitraum leider erforderlich, damit wir weiterhin auch eine Konstanz bringen können. Falls ihr Wünsche, Ideen, Anregungen habt, könnt ihr uns, wie gesagt, gerne an 4.destillatiere.de schreiben. Ansonsten bleibt nur noch, dass wir uns für heute verabschieden. Ich hoffe, ihr hattet Spaß mit der Folge und nächstes Mal werden wir uns wahrscheinlich schon einer Jahreszeitspezifischen Pflanze widmen. Vielleicht werden wir uns ein bisschen über den Lavendel noch unterhalten und es wird auch noch die ein oder andere weitere interessante Geschichte geben.
SPEAKER_02Ja, super, hat Spaß gemacht. War toll, ja.
SPEAKER_00Schön. Ich wünsche euch auch einen schönen Abend. Bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_01Alles klar. Jo, ich sage auch Tschüss aus Friesland. Tschüss. Tschüss.