4 Destillatiere - der Destillations-Podcast
Erfahrungen, Spannendes, Lehrreiches und Lustiges aus der Welt der privaten Destillation.
- Was darf man destillieren?
- Was will man destillieren?
- Was kann man destillieren?
- Warum macht man das?
- Was darf man nicht ;-)
Woche für Woche sprechen wir über unsere Erfahrungen. Lockeres Wissen für Neueinsteiger und Profis.
Du hast Fragen zum Destillieren? Wir beantworten Sie im Podcast! Schreib uns via Facebook oder per E-Mail an vier@destillatiere.de
Die 4 Destillatiere sind:Anja Ahl: Kräuter-Destillatier - Heilpraktikerin und Dozentin für Aromatherapie und -pflege. Anja ist die Fachfrau für Kräuterkunde und Kräuterküche.
E-Mail: anja@destillatiere.de
Marc Weiland: Hobby-Destillatier - Inhaber von Weilands Destillierstube in Ostfriesland. Marc kennt alle Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle aus seiner täglichen Praxis.
E-Mail: marc@destillatiere.de
Christian Krainz: Experimentier-Destillatier - Betreiber des Youtube-Kanals PerfectLiving. In der Serie "diSTILLed" dreht sich alles um die Destillation. Durch seinen Wohnsitz in Österreich darf er auch mit Alkohol destillieren.
E-Mail: christian@destillatiere.de
Kai Möller: Show-Destillatier - Buchautor und Inhaber von Destillatio.com aus der Rhön. Kai ist schon sehr lange im Destillationsfieber und berichtet gerne aus seinen Erfahrungen.
E-Mail: kai@destillatiere.de
4 Destillatiere - der Destillations-Podcast
4D 066: Rund um den Thymian
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Die 4 Destillatiere | Episode 66
Wir beschäftigen uns heute vollumfänglich mit dem Thymian. Destillation, Anwendungsgebiete und ganz viele spannende und lustige Geschichten von unseren bisherigen Erfahrungen mit dieser vielfältig nutzbaren Pflanze.
- Was haben wir im Glas?
- Bierschnaps & Whisky
- Kais Töchterlein
- Thymian in Frankreich und in der der Türkei
- Das einzige was gegen alles hilft ...
- Thymian Schnaps & Likör
- Breites Spektrum vom Desinfizieren zu Magen & Darm
- Wildsammlung in Spanien
- Destillierfehler
- Fruchtbarkeitsrituale
- Antispetische Seife
- Wunderwaffen in der Hausapotheke
Wo Ihr uns sonst noch finden könnt:
Anja bei Instagram: kraeuter_anja
Anjas Gruppe bei Facebook: Kräuter und Duft
Christians Kanal bei YouTube: Perfect Living
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Marc bei Instagram: weilandsdestillierstube
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Vielen Dank fürs Zuhören,
Eure Destillatiere Anja, Marc, Christian und Kai
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E-Mails bitte an vier@destillatiere.de
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Willkommen zu unserem Podcast mit Anja Marc, Christian und Kai. Die Viertestilatiere. Viel Spaß dabei.
SPEAKER_02Hallo und herzlich willkommen bei den Viertestilatieren, unserem Podcast rund ums Destillieren. Heute in Folge 66 dreht sich alles um den Thymian. Wir haben wieder ein paar interessante und spannende Geschichten vorbereitet und mit dabei sind heute natürlich auch wieder Anja, Marc und Kai. Hallo zusammen.
SPEAKER_03Ja, hallo.
SPEAKER_02Ja, hallo. Moin aus Friesland. Wir starten wie üblich mit unserem Blick ins
Was haben wir im Glas?
SPEAKER_02Glas. Ich selbst habe heute temperaturbedingt im Hochsommer eher Erfrischendes gewählt und einen Apfel-Ingwash mit etwas Wasser verdünnt. Das gibt eine fruchtige Note und ist bei heißen Temperaturen ein idealer Durstlöscher. Mit Thymian hat das Ganze nicht allzu viel zu tun, aber mir ist ehrlich gesagt auch kein sinnvoller Anwendungsfall für Thymian in einem Getränk eingefallen. Vielleicht hat Kai ja da irgendetwas Spannenderes.
SPEAKER_01Ja, was ich habe, ist auch nicht mit Thymian, aber ich war ja kürzlich mal in Belgien gewesen und habe aus Belgien natürlich eine Menge interessante Biere mitgebracht und ich habe hier ein Liefmann on the Works. Das heißt, das ist ein Kirschbier an Belgisches, alkoholfrei. Und das gieße ich mir jetzt auf die Eiswürfel drauf.
SPEAKER_02Ja, das Liefmann kenne ich sogar. Das ist relativ gut. Eines von den besseren Krieg, glaube ich, etwas, oder?
SPEAKER_01Ist, glaube ich, so für Kirschbier das Beste, was man in Belgien haben kann. Die Werbung habe ich nicht gesehen, weil die läuft bei uns ja nicht. Aber insgesamt, ich meine, wir sind ja ein Destillationspodcast, dann wollen wir nicht unbedingt immer über das Bier reden, glaube ich. Aber die Auswahl in Belgien ist schon sehr beeindruckend.
SPEAKER_03Habt ihr mal Bier destilliert?
SPEAKER_01Ich habe schon Bier destilliert. Das darf ich aber ja nicht so laut sagen.
SPEAKER_03Du bist ja manchmal in Portugal, Christian ist in Österreich, ihr dürft auch Alkohol destillieren.
SPEAKER_02Nein, nur gekauften, versteuerten Bier dürfte ich auch nicht fahren.
SPEAKER_03Ach so.
SPEAKER_01Also tatsächlich ist es auch schon so lange her, dass es noch mit einer 0,5 Liter Distille war. Und was da rauskommt, ist dann halt ein kleiner Bierschnaps. Und ich sage immer, das ist ja ziemlich ähnlich wie ein Whisky eigentlich. Also im Whisky ist halt, im Bier ist noch Hopfen drin und im Whisky halt nicht. Aber ansonsten, da bin ich jetzt gleich bei meinem nächsten belgischen Bier, was ich heute aber nicht trink. Ich habe ein 12,7% Bier gefunden. Aber ich glaube, das habe ich das letzte Mal schon gesagt. Das war der Carolus. Und hattest du nicht gesagt, dass die auch gleich die Brennerei mit dabei haben? Die machen nämlich Bier und Whisky gleichzeitig, weil die Grundvoraussetzung dafür ja das gleiche ist.
SPEAKER_03Ich weiß es.
SPEAKER_02Auch spannend. Beim Bierbrand weiß ich nur, dass der Hopfen bei einem Destillator relativ kratzig und negativ durchkommt. Also ist das nicht wirklich mit dem Whisky zu vergleichen, muss man mögen. Ansonsten könnte das ein etwas enttäuschendes Geschmackserlebnis sein.
SPEAKER_01Also der Unterschied liegt ja auch hauptsächlich daran, dass das Whisky danach halt um zwölf Jahre gelagert wird. Und der Bierbrennt meistens halt so ziemlich schnell und dann so durchläuft. Vor allem, wenn man eh in der 0,5 Liter Destille destilliert.
SPEAKER_02Marc, was hast du heute in deinem Glas?
SPEAKER_00Ja, ich habe was ganz Spannendes in meinem Glas. Es könnte sein, dass es ein paar technische Probleme vor Aufnahme dieses Podcasts gab. Und deswegen ist mein überragendes Getränk heute Abend Wasser. Punkt. Sehr gut. Ich wollte mir jetzt was Schönes ausdenken, was ich hier Tolles im Glas habe, aber ich bin autistisch. Authentisch und ehrlich. Und ich habe hier ein Glas und noch die restlichen Schweißperlen auf das Stiern von der Technik, die mich heute etwas überfordert hat. In diesem Sinne, Prost.
SPEAKER_02Glücklicherweise haben wir es ja dann doch noch geschafft und konnten die Aufnahme, wenn auch mit etwas Verzögerung noch starten. Es sind zwar ein paar Eiswürfel leider unter die Räder gekommen, aber ich glaube, das ist verschmerzbar. Anja, was hast du für heute vorbereitet?
SPEAKER_03Ich habe tatsächlich einfach einen Kräutertee, weil bei 19 Grad mit viel Wind ist mir, oder 20 Grad ist mir doch ein bisschen frisch und dann finde ich das ganz schön, Tee zu trinken.
SPEAKER_02Oh, du Glückliche. 20 Grad davon kann ich seit Wochen nur träumen. Und nicht einmal das, weil auch in der Nacht wird es über 20 Grad.
SPEAKER_03Nö. Morgens ist schon frisch. Also ich finde es morgens schon frisch.
SPEAKER_01Also wir hatten wirklich heiße Tage den Sommer. Ich glaube, das wird sich auch nochmal wiederholen die nächsten Jahre. Wir sollten uns daran gewöhnen.
SPEAKER_03Ich denke, das ist auch Sommer.
SPEAKER_01Immer genug Eiswürfel parat halten.
SPEAKER_03Hab ich. Aber ich kann sie ja nicht nutzen. Nicht bei der Kälte.
SPEAKER_02Gut, dann kommen wir zur heutigen Pflanze. Wir wollen uns in dieser Folge dem Thymian
Thymian
SPEAKER_02widmen. Eine mediterrane, sehr weit verbreitete Pflanze, eigentlich international bekannt und in vor allem Küchen sehr gerne benutzt, weil sie eben in sehr vielen Gerichten zum Einsatz kommen kann. Thymian eignet sich aber auch ideal zur Destillation, hat einige interessante Inhaltsstoffe und wahrscheinlich kann uns Anja dann noch etwas genaueres zu dieser Pflanze erzählen. Aber Kai wollte, glaube ich, mit einer kleinen Erinnerung starten.
SPEAKER_01Da war mein Töchtercher noch ganz klein und wir waren Thymian sammeln und ich lasse am besten einfach mal laufen und hoffe, dass ihr das hören könnt.
Kais Tochter schnuppert Thymian
SPEAKER_01Ich halte mal mein Handy hier vors Mikrofon. Was machst du da? Thymian pflücken? Ja. Warum?
SPEAKER_03Weil das so mächtig riecht.
SPEAKER_01Cool, ne? Da riechen die ganzen Hände lecker.
SPEAKER_00Ja.
SPEAKER_02Oh, das ist süß.
SPEAKER_01Und habt ihr da noch fleißig Thymian gepflückt? Das begeistert mich total. Damals waren wir in Frankreich gewesen mit dem Wohnmobil und sind halt spazieren gegangen und meine Tochter saß so plötzlich da, hat den ganzen Thymian vor sich gesehen und anfangen, da zu pflücken und die Hände zu reiben und alles. Und ja, das war halt toll und das zeigt halt auch, wie stark Thymian so riechen kann, wenn man einfach nur so vorbeiläuft, ja auch.
Thymian in der Türkei
SPEAKER_03Ja, wenn es warm ist und die ätherischen Öle sich so langsam breit machen, dann musst du einfach gucken, du findest ihn dann auch sofort. Das ist uns in der Türkei so gegangen. Da war alles auf einmal so, Mensch, das riecht hier wie Kraut, wie Gewürz und dann irgendwie Thymian. Und für die war das so ganz normal oder für die ist es ja auch ganz normal, die Thymian-Kraut zu benutzen. Und die destillieren das zu Hause fast alle und alle haben irgendwie Thymian-Öl in der Tasche und das Keckig Wasser dann, was dann getrunken wird bei Verdauungsstörungen, bei gripalen Infekten, bei Kopfschmerzen hauen die sich das Thymian direkt auf die stirren, sich dieses Thymianöl und den Nacken so, weil er sagt, wir haben unseren türkischen Führer oder Reiseleiter dann mal gefragt und er sagt, Thymian ist das einzige Zeug, was hier wirklich gegen alles hilft.
SPEAKER_01Ja, cool. Also das gibt ja auch so Thymian-Medikamente irgendwie, wo man so Thymian pulverisiert oder so Sachen essen soll, wenn man Husten hat oder sowas. Fand ich auch immer überraschend. Aber beim Destillieren haben wir es natürlich leichter, weil man kann es dann ja auch so inhalieren und trinken, aufdrehen.
SPEAKER_03Thymian-Ölkapseln gibt es ja auch ganz viel mittlerweile. Und da ist auch ätherisches Öl oder zumindest dieses Extrakt der Monoterpine des Wirkstoffs eigentlich. Und das wird ja auch bei
Thymian Likör
SPEAKER_03Erkältungskranken, Verdauungsstörung und so eingesetzt. Aber ihr habt vorhin gesagt, ihr kennt keinen Thymian-Schnaps oder solche Geschichten. Wir haben aus Süddeutschland ein Thymian die Köhe bekommen mal. Und das war auch sehr lecker. Dass du so diese Note vom Thymian ganz kräftig und einen weichen Abgang
Thymian in die Luft verdampfen
SPEAKER_03dann so gehabt über die Süße dann damit. Das war auch schön.
SPEAKER_01Ich mag ja Thymian und ich erinnere mich an den alten Podcasts. Das war ja vor Corona oder während Corona, also nicht vor Corona, sondern während Corona. Und da hatten wir ja bei uns Thymian geräuchert. Und ich glaube, Marc hat gesagt, dass das so stark riecht, dass das bei ihm nicht geht, oder? War das Christian?
SPEAKER_00Nee, ich habe, wenn wir bei uns immer so die übliche Magen-Darm-Grippe hatten, dann habe ich immer im ganzen Haus das Hydrolat und manchmal auch mit dem Tropfen Thymium-Öl in so einem Verdampfer das Haus verdampft. Und zumindest gefühlt, glaube ich, es war sonst immer so, dass die Magen-Darm-Grippe einmal komplett durch die Familie kam. Einer hat angefangen und es war nicht aufzuhalten, was es dann beim letzten angefangen geendet hat. Und zumindest dann nach einiger Zeit, wenn wir das Thymian verdampft haben, das mag Einbildung sein, aber konnten wir es immer dann auf maximal zwei, drei Leute beschränken. Unabhängig davon, dass wir natürlich bei einer Magen-Darm-Infektion alles gleich sauber machen, wenn da jemand wo auch immer hin muss und desinfiziert haben. Aber durch das Thymian-Verdampfen ausgegeben.
SPEAKER_01Ich habe gerade Räuchern gesagt, das ist natürlich Blödsinn, weil wir haben es natürlich immer in die Aromalampe und da immer als Hydrolat reingegossen.
Magen Darm & Erkältung - Thymian ist spannend
SPEAKER_02Ich höre da jetzt zwei verschiedene Dinge heraus. Marc spricht von Magen-Darm. Anja hat vorher Erkältungen gesprochen. Gibt es da tatsächlich eine so breite Wirkungsweise?
SPEAKER_03Ja. Das ist beim Thymian tatsächlich so. Da wird eingesetzt bei, das ist eigentlich auch ganz spannend. Der Thymian wirkt ja auf die Muskulatur, auf die glatte Muskulatur dann und das sind ja unsere Bronchen und auf die wirkt es dann, wie heißt denn das, spasmolytisch entkrampfend, dass die Bronchien erweitern. Und gleichzeitig haben die Monoterpenen, das ist der Hauptinhaltsstoff, das Thymol in dem Thymian, die Eigenschaft tatsächlich auch im Verdauungstrakt zu arbeiten, sodass man auch Thymian- und Oregano-Papseln bei Verdauungsbeschwerden gibt, bei Durchfallerkrankungen, zum Darmaufbau nach Antibiotikern wieder. Also von daher hat man hier wirklich etwas, was ganz, ganz breit wirkt. Das ist sogar ein Schmerzmittel. Oder es kann sogar als Schmerzmittel mit eingesetzt werden, weil das so die Haut reizen kann, durchblutungsfördernd ist, Juckreiz lindern, so, dass das bis auch tatsächlich in rheumatischen Formenkreis eingesetzt werden kann, um Schmerzen zu lindern.
SPEAKER_01Wir hatten es damals wegen der antibakteriellen Wirkung genommen und ich hoffe, dass die auch so weit stimmt, wenn man es halt vernebelt.
SPEAKER_03Absolut. Ob du das jetzt als Hydrolat verdampfst oder ob das ätherische Öl verdampfst, ob du das Kraut räucherst, selbst wenn du es kochst oder dir ein Tee machst und diesen Dampf dann hast, selbst da hast du schon eine antibakterielle Wirkung. Da ist das Thymian das Kraut, was das mit am stärksten hat.
SPEAKER_02Wenn ich jetzt nicht mit ätherischen Ölen oder Hydrolaten arbeite, welche Menge Thymian müsste ich essen, um diese Wirkung zu erzielen?
SPEAKER_03Also ich schätze mal, so ein Teelöffel solltest du dann so schon vor dich hin musseln.
SPEAKER_02Okay, also ist die, die jetzt schon wieder in die Ablage gewandert.
SPEAKER_01Nein, aber da gibt es schon Sachen, die man essen kann mit dem Teelöffel-Tymian.
SPEAKER_03Also wenn man mal überlegt, also Thymian gehört ja in die ganze mediterrane Küche. Du kannst das ja in Marinaden reinhauen und da hast du ja dann auch schon immer was. Du kannst es in Soßen geben, auf Pizza geben, in Nudeln geben, in Reis geben. Also von daher hast du ja wirklich in die ganzen Antipasti-Geschichten, da wenn du Zucchinis machst und passt nicht alles, da hast du schon ein riesengroßes, breites Feld. Und man gibt das Thymian ja gerne mit Rosmarin in Kombination. Und wenn du das dann so in Kartoffeln reingibst, dann hast du alle Male genug.
SPEAKER_00Also Thymian und Rosmarin, das ist immer, wenn wir mal grillen und dann das Fleisch grillen. Es gibt immer für ganz viele Leute ganz viele tolle Würzmischungen, aber die einfach beste Mischung für meinen Geschmack ist Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian. Und das ein bisschen einlegen, ein, zwei, drei Stunden, je nachdem wie viel Zeit man hat. Und das ist einfach, meistens wird es bei Geflügel ja gerne
Mit Knoblauch & Zitrone
SPEAKER_00genommen. Aber ich nehme es eigentlich für alles, was ich so auf den Grill schmeiße, finde ich das eine wunderbare Kombination.
SPEAKER_03Ist es, ohne Frage.
SPEAKER_01Ich grille ja nicht viel, aber diese Mischung so mit Salz, Pfeffer, ein bisschen Zitrone und Thymian ist toll. Vor allem, wenn ganz ganz wahnsinnig viel Knoblauch dabei ist. Ein bisschen quasi knoblauchsüchtig. Und ja, das ist großartig.
SPEAKER_00Ja, willkommen im Club. Ich mache gerne mal ein König-Frischkäse mit Knoblauch und Tomaten und Olivenöl und ein bisschen Knoblauch. Zitrone. Hoffneknoblauch. Und das esse ich dann auch gerne mal mittags im Büro. Das finden meine Kollegen immer design gegrüßt, aber nun ja.
SPEAKER_01Müssten Sie durch. Wir sind ein bisschen entfremdet beim Kochen von den einzelnen Kräutern, weil wir ja eigentlich zum Standard diese Kräuter der Bravoise als Kinder so immer noch in der Küche hatten. Das war in jedem so ein Fertiggewürzstreuer, den man vielleicht mal gekauft hat, immer im Sortiment mit drinnen. Einmal Kräuter der Bravoisse und ansonsten halt Pfeffer, Paprika, Curry.
SPEAKER_00Ja, ich habe aber tatsächlich auch einen Knoblauch. Wir sind zwar beim Thymian, aber trotzdem will ich noch von meinem Knoblauch-Fail erzählen. Ich habe ein tolles Rezept für eingelegten Knoblauch. Und wer schon mal Knoblauch schält hat, weiß, wie viel Arbeit das ist. Und ich habe das schon eingelegt. Und ich dachte schon beim Rezept machen. Aber es war gut bewertet und ich habe es gemacht. Und nach 14 Tagen einlegen habe ich den Knoblauch probiert. Und Blatt Papier schmeckt genauso gut. Also. Sehr gut. Hatte mit dieser Rezeptur seinen kompletten Geschmack verloren und ja.
SPEAKER_02Schade auch. Kommen wir zurück zum Thymian und zur Destillation von eben diesem. Ich habe das vor relativ langer Zeit einmal gemacht und hatte da eigentlich ein mäßiges Ergebnis, würde ich es jetzt einmal nennen. Es war nicht allzu viel ätherisches Öl sichtbar, obwohl ich mit, ich glaube, fast 200 Gramm gearbeitet habe. Also stelle ich mir die Frage, ob die Ölausbeute da wirklich so gering ist oder ob ich bei den Vorbereitungen da einen Fehler gemacht habe. Was sind eure Erfahrungen bei der Destillation vom Thymian?
SPEAKER_00Also meine Erfahrungen beim Thymian-Destillieren sind sehr gute Ölmengen. Ich habe meistens mit der Kolonnenbrennerei gearbeitet, wo natürlich auch eine Menge Thymian getrocknet reingeht. Also ich würde mal tippen, sicherlich 200 Gramm oder ähnlich, wenn nicht sogar 250 Gramm. Und bei Thymian, Rosmarinen und Lavendel ist immer das, wo ich richtig viel Ölertrag gehabt habe.
SPEAKER_02Wie hast du den Thymian da vorbereitet? Getrocknet, frisch zu einer?
SPEAKER_00Getrockneten, klein gerebelten Thymian.
SPEAKER_01Du hast den gekauft wieder, oder?
SPEAKER_00Ja, ja, genau. Ich habe zwar auch was im Garten, aber da habe ich kein Platz, da ist so viel Pfefferminze.
SPEAKER_01Ich
Wildsammlung von Thymian
SPEAKER_01habe ja das unwahrscheinliche Glück, dass ich in Spanien überwintern darf mittlerweile. Und da ist so 30, 50 Kilometer weg von da, wo wir überwintern, das Gabu de Gatta, das ist ein Naturpark. Und da wird Thymian wild geerntet. Und das ist auch was ganz Schreckliches eigentlich, weil man immer sagt und denkt, Wildernte ist das Beste, was es gibt. Aber das ist relativ früh im Jahr, das ist Februar, Anfang März, die ersten Tage, wenn der Thymian blüht, dann fallen da ganze Sibschaften ein mit allen möglichen Lieferwegen und rennen zehn Leute raus aus den Sprintern und packen halt einfach ein, was einzupacken ist. Und da wird innerhalb von einer Stunde oder so, werden da ganze Flächen freigerupft und der Wild Thymian verschwindet. Das ist wahnsinnig schön, die Gegend. Ich kenne die auch von ganz früher, weil ich da vor 30 Jahren schon mal gewohnt habe. Und wenn man da im Sommer durchläuft, dann riecht das so richtig in der Sonne, wenn die Sonne drauf scheint, so nach Thymian das ganze Tal. Das ist wie wenn dieser Duft da im Tal wäre. Das ist auch eine der tollen Erinnerungen, die ich an Thymian habe. Aber mittlerweile ist es halt auch so, dass das natürlich streng verboten ist im Naturpark sowieso. Und da auch immer so kleine Hetzjagden zwischen Polizei und Leuten, die halt Thymian schlauen, passieren. Aber man darf privat ernten in normalen Mengen, haushaltsüblichen Mengen, darf man ernten, darf man da auch mitnehmen. Und das habe ich halt auch gemacht letztes Jahr und vorletztes Jahr auch. Und wir haben den dann auch destilliert. Ich habe den drei Wochen ungefähr getrocknet, wobei wir nicht so ein tolles Wetter hatten diesmal. Und dann habe ich richtig einen Mist gemacht, weil da kann man jetzt wieder was daraus lernen vielleicht. Das ist ja ein Destillationspodcast. Ich habe zu viel Wasser im Kessel gehabt. Und ich habe angefangen, den zu destillieren, habe mich total gefreut, habe auch wirklich Spaß. Also das Ernten macht uns auch immer Spaß. Das ist auch eine schöne Erinnerung, da in der Gegend zu sein. Und der Hund kann frei rumrennen und man sucht sich halt ein bisschen schöne Zweige raus und macht nicht wie die anderen ein ganzes Gebüsch raus.
Zu viel Wasser im Kessel ;-(
SPEAKER_01Und ja, das haben wir dann halt zu Hause getrocknet und dann an die Decke gehängt. Und dann habe ich es mit so einem großen Messer in so einen Zentimeter große Stücke vielleicht geschnitten und habe die Kolonne damit auch gefüllt. Ich habe auch die Kolonne dabei gehabt. Und ja, dann habe ich einfach den Fehler gemacht, dass ich zu viel Wasser in dem Kessel drin hatte und das ist dann hochgekocht und mein ganzes Hydrolat hat Farb bekommen, was halt normalerweise gar nicht sein darf. Und ich habe auch das Öl versaut, weil ich die Distille vorher nicht geputzt habe und nicht geguckt habe, ob die vielleicht dreckig geworden ist in der Zwischenzeit. Und ja, das ist natürlich ärgerlich, da sollte man immer drauf achten, wenn man einen 2-Liter-Kessel hat, dass man da halt wirklich nur 1,2 Liter oder so reinfüllt und nicht nach Gefühl irgendwas. Das waren blöd. Und ich habe dann gedacht, ich kann es vielleicht retten, wenn ich es einfach danach lang stehen lasse. Ich habe es dann in Gläser gefüllt, habe den Deckel drauf und habe das dann halt einfach zwei Wochen stehen lassen. Und dann konnte ich oben das etterische Öl abnehmen. Aber ich denke, wenn man es jetzt abgeben wollen würde, ist es halt nicht schön, weil es doch Verunreinigungen hatte. Da müsste man dann vielleicht filtern oder was man für Möglichkeiten hat. Aber ich habe einfach mich geärgert und habe gedacht, wenn ich das jetzt hier erzähle, ist das peinlich für mich eigentlich. Ich müsste ja immer alles perfekt können. Aber man kann ja vielleicht auch was drauf lernen, dass man doch besser aufpasst und nochmal putzt vorm Destillieren.
SPEAKER_02Das sollte man ohnehin immer tun.
SPEAKER_00Man muss auch immer kontrollieren. Man kommt dann so in den, ich kann das ja und dann schnell, schnell, schnell aufbauen, schnell reinhauen, schnell destillieren und schnell geht es in die Hose. Da bin ich auch ziemlich gut drin, muss ich sagen.
SPEAKER_01Ja, so zack und huschtdestille raus und aufgebaut. Jetzt passt es gerade mal zwei Stunden zwischendurch.
SPEAKER_00Genau, ich habe dann schon mal, ich lasse dann schon mal das Kühlwasser über den Küchenboden laufen oder überlaufen halt einfach am besten immer gerne auch auf die elektrische Herdplatte. Das zischt immer ganz besonders toll. Meistens passiert das, wenn ich den Raum verlasse und ich meine Frau laut rufen höre.
SPEAKER_01Das mit dem überlaufenden Kühlwasser bei der Kolonne vor allem. Das passiert heute nicht mehr, weil wir die Abläufe größer gemacht haben. Und ich habe damit so gut umgehen können früher, dass mir das früher auch nicht passiert ist. Außer wenn ich es filmen wollte. Immer wenn ich gedacht habe, ich zeige das jetzt mal bei YouTube oder so, wie das funktioniert, hat es nicht funktioniert. Das ist wie so ein Vorführeffekt.
SPEAKER_00Ja, ich habe also bei meiner Kolonne, wo noch die kleinen Ausläufe sind, ein guter Tipp ist in die große Schüssel, einen Eintropfen oder sowas ähnliches reinpacken. Das nimmt ja die Oberflächenspannung, dann läuft es auch ein bisschen besser. Oder wenn man halt dann an dem Ablauf Schlauch einmal kräftig zieht vorher, am besten vor dem Spüli. Und man dann einen richtigen Sog reinkriegt, läuft es eigentlich auch.
SPEAKER_01Ja, das habe ich dann auch gemacht. Ich habe ziemlich lange Schläuche dran gehängt. Dann ist halt einfach immer irgendwie Wasser im Schlauch und es zieht nach, wenn es läuft.
SPEAKER_00Genau.
SPEAKER_03Herrlich.
SPEAKER_02Gut, jetzt haben wir die Destillations- und Verdampfungserfahrungen von Marc, Kai und mir eigentlich durch. Anja, hast du schon mal Thymian destilliert und irgendetwas daraus gemacht?
SPEAKER_03Also ich habe auch Thymian destilliert, also als ich da in der Türkei war, wo sie ja der Meinung waren, dass das jeder machen muss und dass das immer da ist. Und die haben halt alle ein bisschen größere Destillen und für ihren Hausgebrauch und die nehmen das teilweise auch direkt frisch. Und die haben alle viel Thymian-Hydrolamat und Thymianöl gehabt. Und wie gesagt, danach haben sie es dann alle in die Flaschen gefüllt. Jeder hat dann auch eine kleine Flasche dabei gehabt. Und das ist so viele Jahre her und das hat mich einfach nur so beeindruckt. Aber das ist, was kann ich auch sagen, die rennen über die Felder, ohne nach rechts und links zu kommen. Hauptsache der Beutel ist voll. Das machen sie mit dem Thymian, das machen sie mit der Schafgabe und das ist schon so ein bisschen ein negativer Effekt, der dabei ist.
SPEAKER_01Wenn Spanien fährt er wirklich die Polizei mittlerweile durch und kontrolliert, wenn da Lieferwagen reinfahren in das Gebiet. Das Gebiet ist. Ja, groß, also das ist ja gigantische Flächen eigentlich. Und wenn da halt so drei Sprinter hintereinander reinfahren, dann gibt es ja mittlerweile auch Anwohner, die dann schon mal der Polizei Bescheid geben. Und das steht praktisch in der Erntezeit jeden Tag in der Zeitung, dass wieder
Fruchtbarkeitsrituale
SPEAKER_01irgendwo Leute festgenommen worden sind.
SPEAKER_03Naja. Aber wusstet ihr, dass das Thymian ganz früh als Fruchtbarkeitsöl oder als Fruchtbarkeitsrituale benutzt wurde?
SPEAKER_02Nein.
SPEAKER_03Die haben da Rituale mitgemacht, da haben sie dann Pinienzapfen Menschen, Schweine und so Gebäck in Schlangenform in unterirdische Höhlen gepackt, wo auch Schlangen drin waren. Da haben sie gesagt, das sind jetzt mal so Fruchtbarkeitsopfergaben dann. Und dann hat man so gesagt, der Pinienzapfen steht für die männliche Energie und die Schlange für die weibliche Energie. Und am Ende bleibt ja nicht viel über, außer dass sie Fruchtbarkeit dann siegt. Und dafür wurde das dann viel genommen.
SPEAKER_02Das heißt, sie haben Menschen und Nutztiere in Höhlen mit Schlangen gesperrt, habe ich das richtig verstanden? Und das soll dann irgendwie sein.
SPEAKER_03Ja, man sollte unsere Opfer haben, ja.
SPEAKER_02Ja, aber von den Menschen, die in der Höhle waren, war dann keiner mehr fruchtbar wahrscheinlich.
SPEAKER_03Wahrscheinlich nicht, aber ich habe sie gefreut. Aber ich finde sowieso diese Opferrituale immer sehr fragwürdig. Aber wie auch immer sie ihre Falluussymbole und Schlangen Symbole zusammengebracht haben, war für die halt in der Vergangenheit immer ganz wichtig. Dann haben sie den Thymian auch gerne genommen, um Reinheit und Klarheit zu kriegen und so ins Bettstroh gepackt. Das ist dann auch so desinfizieren, antibakteriell mit dabei gewesen. Das Thymianöl wurde der Thymusdrüse zugeordnet, was so das Immunsystem anricht, steigert und die Abwehr steigert und damit dann wieder den Gott Thymus zurückgeht oder den Ursprungsgehalt des Wortes Thymian, Thymol ist Thymus dann. Und das heißt wieder Kraft, Mut und Stärke. Also hier schließt sich das so aus den Mythologien in die griechische Wortabwandlung bis hin zur Thymusdrüse in unserem ganz normalen Alltag. Mit den Wirkungen, die das ätherische Öl von dem Thymian auch haben kann.
SPEAKER_00Okay, ich mag gerne Thymian. Ich habe schon immer mit Thymian und Rosmarin mein Fleisch gewürzt. Und ich habe vier Kinder.
SPEAKER_03Jetzt ist mir einiges klar. Das wirkt, oder?
SPEAKER_00Das war der Thymian!
SPEAKER_03Der Thymian ist es, genau.
SPEAKER_02Und ich überlege gerade, das Würzen des Fleisches kann das auch aus dieser Schlangengeschichte mit den Nutztieren stammen.
SPEAKER_03Vielleicht Schweinefleisch dabei gewesen.
SPEAKER_02Weißt du zufällig, aus welchem Kulturkreis der Thymian ursprünglich kommt? Ist der in Europa heimisch gewesen oder wurde der auch von irgendwo importiert?
SPEAKER_03Da bin ich jetzt gerade in diesem Moment überfragt, das weiß ich gar nicht.
SPEAKER_01Ich würde ja hoffen, dass er schon aus dem mediterranen Bereich kommt. Weil da passt er so gut hin.
SPEAKER_03Ja, eigentlich schon, ne? Nö, das ist herkommens, Mittelmeergebiet, Frankreich,
Nicht beim Destillieren ins Destillat fassen
SPEAKER_03Nordafrika, Spanien, ja, das sind wir.
SPEAKER_01Thymian ist ja super desinfizierend. Das heißt ja auch gleichzeitig, man soll beim Destillieren nicht das älterische Öl anfassen, weil man sonst Bakterien da mit reinbringt. Ich habe das ja früher immer gemacht, dass ich da einfach gerochen habe und mal die Distille gefasst habe und das ist gleichzeitig in das Fläschchen oder so getropft. Und der Thymian müsste ja aber dann da kein Problem haben, weil der ist ja desinfiziert. In dem Moment, wo ich den anfasse und dann das weiter tropft über meine Finger, kann ja eigentlich nichts eingebracht werden, weil der ist ja wiederinfiziert.
SPEAKER_03Ja, also alle ätherischen Öle sind ja mehr oder weniger antibakteriell.
Desinfizieren mit Thymian?
SPEAKER_03Aber irgendwann ist die Masse des Menschen, glaube ich, stärker als die des Öls. Oder es muss schon sehr viel Öl sein.
SPEAKER_01Ja. Und wenn man die Hände in Thymianhydrolat abwäscht, hat es einen ähnlichen Effekt, wie wenn man jetzt im Alkohol so eine im Krankenhaus oder irgendwo so eine Desinfektionspastrikreme, Flüssigkeit da auftropft.
SPEAKER_03Also das ist auf jeden Fall Entzündungshemmd und also antibakteriell mit dabei. Man hat ja früher auch Thymian zur Wundbehandlung mit reingenommen. Man hat Wickel gemacht, man hat Tinkturen gemacht, also auch einen kräftigen Tee mit als Wickel für Wundauflagen.
SPEAKER_02Also ich glaube, als tatsächliches reines Desinfektionsmittel wird kein ätherisches Öl geeignet sein, weil es nicht schnell genug und nicht komplett genug wirkt, um wirklich zu desinfizieren, bleiben wir lieber bei hochprozentigem Alkohol oder synthetischen Desinfektionsmitteln.
SPEAKER_03Nee, wir haben ja den Gat Forcé, das ist ja dieser Chemiker, Parfümeur, Arzt und Apotheker, der ja in den 1930ern schon viel mit ätherischen Ölen geforscht hat. Und dem haben wir ja
Antiseptische Seife
SPEAKER_03auch diese medizinische Seife zu verdanken. Und da ist eins der Hauptinhaltsstoffe tatsächlich der Thymian. Und das ist die erste antiseptische Seife, die in Krankenhäusern eingeführt wurde. Und die wurde dann noch mit Nelkel, Lavendel und Bergamotte ergänzt.
SPEAKER_01Also wir hatten einfach schon solche Momente, wo man sich das fragt, weil in den Corona-Jahren, da war das Infektionsmittel nicht mehr zu bekommen. Und wir hatten bei uns für die Destillieranlagen ja noch Spiritusflaschen, so eine Palette rumstehen. Und dann kamen die vom Roten Kreuz und wollten die bei uns abkaufen. Also wir haben die denen auch gegeben, was da bei uns natürlich Probleme verursacht, weil wir keine Sockenfreisetze oder so mehr verkaufen konnten. Aber da geht halt einfach die Not vor. Deswegen haben wir die ans Rote Kreuz zum Selbstkostenpreis abgetreten. Und die haben sich wahnsinnig gefreut, dass die da so ein paar hundert Spiritusflaschen bekommen. Und wir haben dann überlegt, wie geht es denn weiter, wenn die dann auch weg sind und kein Nachschub mehr kommt. Und haben bei uns zu Hause selber halt Thymian vernebelt und verdampft. In der Hoffnung, dass es wirkt.
SPEAKER_03Es ist ja nachweislich.
SPEAKER_00Ja, also um das mal nochmal zusammenzufassen, fürs Hobby-Destillieren ist das ein wunderbares Superkraut und absolut sehr zu empfehlen. Das macht wirklich Spaß, da kommt viel Öl raus und es hat einen ganz weitreichenden Ansatz, wo man es nutzen kann.
SPEAKER_03Auf jeden Fall toll.
SPEAKER_01Und in den Western-Filmen sieht man ja immer, wenn einer da so eine Kugel hat oder irgend sowas, dann kriegt er da eine Viertelflasche Whisky draufgeschüttet, den Rest von der Flasche muss er trinken und dann holen die die Kugel einfach raus und nennen wieder zu. Wenn es jetzt keinen Alkohol gibt, also ich habe auch gehört, dass mittlerweile manche Viren, glaube ich, alkoholresistent sind und das ähnlich ist wie mit dem Penicidin, dass da halt einfach, ne, mit dem Antibiotika, dass da halt, ja, das halt schwierig ist, hatten wir das im letzten Podcast schon besprochen, weil auch da wäre Thymian dann vielleicht eine Lösung.
SPEAKER_00Also Alkohol desinfiziert ja irgendwo um 70 Prozent und diese Geschichten, wie sag mal, ich kippe eine Flasche Alko darauf zum Desinfizieren. Ich glaube, außer Schmerzen verursacht es gar nichts, weil es, aber vielleicht, Anja, korrigier mich, hat kaum eine desinfizierende Wirkung dann, oder?
SPEAKER_02Es kommt darauf an, wenn ich den Schwarzgebrannten von der Verwandtschaft aus Ungarn benutze, dann wird der vielleicht 70% haben. Mit Thymian. Mit Thymian dann garantiert, ja, das könnte man auf jeden Fall überlegen.
SPEAKER_00Ja, dann läuft das doch perfekt. Dann brauche ich nur noch Verwandtschaft in Ungarn.
SPEAKER_03Du hast ja Kinder, die können ja
Marcs Wunderwaffe
SPEAKER_03nach Ungarn einheiraten.
SPEAKER_00Genau, also ich wollte ja noch sagen, ich weiß nicht, wie viel ich dazu sagen darf. Man darf es natürlich auf keinen Fall nachmachen. Das ist nur das, was ich selber mache. Ich mische mir ja einen Tropfen, tatsächlich ein Tropfen ätherisches Thymianöl mit 40%igem Wodka oder Doppelkorn in einem 50-milliliter Fläschchen. Und das hilft bei mir wunderbar, wenn ich da einen kleinen Teelöffel nehme bei so Reizhusten oder sobald man ja meistens im Winter so einen trockenen Reizhusten hat, davon ein, ein, zwei Löffelchen in einem gewissen Abstand zu nehmen. Das ist meine Wunderwaffe immer für den Holz.
SPEAKER_03Also das kann man für die Erwachsenen, für die Kinder könnte man tatsächlich auch 100 Gramm Honig nehmen und zwei bis drei Tropfen Thymian Linalol. Das ist eine Chemovariante, die sehr viel milder ist und davon dann so einen Teelöffel lutschen lassen oder so einen halben Teelöffel für die größeren Kinder, für die ganz kleinen, hier drei, fünf, sechsjährigen noch nicht so. Aber was da drüber ist, da kann man das so machen. Und auch für Erwachsene kann man tatsächlich einen Würfelzucker mit einem Tropfen nehmen. Sollte man aber nicht drei bis fünfmal am Tag machen, sondern vielleicht einmal, wenn es wirklich ganz nötig ist. Aber die mildere Variante ist tatsächlich eher als Tinktur herzustellen oder so ein Alkoholgemisch oder im Honig. In Frankreich machen die das ganz viel. Das sind ganz normale Standardrezepte. Wenn man jetzt so mal darüber guckt, was die so geben, dann wird das tatsächlich auch eingenommen. Und dann muss es natürlich auch ein Bioöl sein oder ein Demeteröl und nicht irgendwie was mit irgendwie Chemikalien auszügen.
SPEAKER_02Da kommt mir eine Idee für eine weitere Folge. Wir könnten uns ja einmal über die hobbimäßige Herstellung von Hustenpastillen und ähnlichen Süßigkeiten und so Hilfenahme von ätherischen Ölen unterhalten. Das wird auch entspannend sein.
SPEAKER_03Ja, auch mit Palin.
SPEAKER_01Wisst ihr eigentlich, dass das Thymianolrot ist, wenn wir es in Kupfer destillieren? Aber wenn es nicht in Kupfer destilliert wird, hat es eine andere Farbe, dann ist es auch eher golden. Verrückt, oder?
SPEAKER_00Ja. Okay. Also, das hat einen roten. Ja gut, ich habe es dann in dem Ölabscheider und packe es dann in das blaue Fläschchen, aber ich habe jetzt nicht wirklich was Rotes da gesehen, muss ich sagen.
SPEAKER_03Bei manchen Thymians-Sorten soll das wohl passiert sein. Ich habe es auch schon einmal gesehen. Ich weiß gar nicht, ist spanischer Thymian oder sowas, der da rötlich wird. So eine bestimmte Sorte, ne?
SPEAKER_00Naja, aber ich wollte auf jeden Fall noch dazu sagen, dass ich dieses Thymian, was ich mir da selber mische, das ist auch mit ein, zwei Löffeln ist das Thema dann noch durch. Also das komme ich gar nicht in die Versuchung, das vier, fünf, sechs Mal am Tag zu nehmen, sondern das Thema ist danach wirklich gelutscht, muss ich so sagen.
SPEAKER_03Ja, es gibt ja Firmen, die sagen, du musst da irgendwie mehrere Tropfen mehrmals am Tag pur einnehmen. Und dann gibt es eben auch Schleimhauttop-Ärzung und Verbrennung und davon nehmen wir mal alle so ein bisschen Abstand.
SPEAKER_00Also es ist ja wahnsinnig stark. Also diese Mischung mit einem Tropfen, was ich da reinpacke, das ist so stark, also das ist unfassbar.
SPEAKER_03Ist ein starkes Kraut. So oder so.
SPEAKER_00Ja. Definitiv.
SPEAKER_02Gut, gibt es zum Thymian noch etwas zu sagen oder haben wir jetzt mehr oder weniger vollumfänglich alles abgehandelt? Ich glaube, wir haben die Destillation, die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete. Mir würde jetzt auf die Schnelle nichts mehr einfallen, was wir für einen groben Überblick vergessen hätten. Falls ihr doch noch Fragen habt, könnt ihr uns die gerne an 4.destillatiere.de schicken und wir werden sie im Laufe einer weiteren Folge dann noch aufnehmen und eventuelle Unklarheiten hoffentlich dann beseitigen. Ansonsten hoffe ich, dass ihr Spaß an dieser Folge hattet. Wir stürzen uns dann gleich wieder in den Alltag und hoffen auf die hustenlinderte Wirkung des Thymians noch eine Weile verzichten zu können. Bei den aktuellen Temperaturen sehe ich da auch keine Gefahr für Erkältungserkrankungen. Die nächste Folge gibt es dann wieder in 14 Tagen. Falls ihr die Wartezeit überbrücken möchtet, kann ich euch empfehlen, von Folge 1 noch einmal zu beginnen und auch die alten Folgen vielleicht noch einmal anzuhören. Auch dort gibt es sehr interessante und spannende Dinge zu erfahren. Für heute bleibt nur noch, dass wir uns bedanken, dass ihr wieder eingeschaltet habt und viel Spaß bei euren Destillationsexperimenten mit dem Thymian. Tschüss und bis zum nächsten Mal.